History

von Marco Rüttger und Sven Romankiewicz

Große und kleine Brände gab es in Königshofen, wie innderen Orten auch, zu jeder Zeit. Zum Kampf gegen die vernichtende Macht der Flammen kamen früher alle Dorfbewoner zusammen und halfen beim Löschen. Es war eine gemeinsame Angelegenheit, bei der alle halfen, weil jeder wusste, dass ein Brand auch den eigenen Besitz treffen konnte.Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Feuerwehrwesen immer stärker organisiert.

In den Dörfern stellte jeder Hof einen Mann zur Brandbekämpfung ab,so dass die nötige Stärke der Feuerwehr jeder Zeit erreicht wurde. Aus diesem System heraus entstand die Freiwillige Feuerwehr Königshofen. Ihr genaues Alter lässt sich heute nicht mehr ermitteln. Im Jahre 1986 feierte man das 100.Jubiläum, das sich auf die Aussage des ältesten Königshofener Feuerwehrmitgliedes Gehrhard Ludwig bezieht. Er erinnerte sich, dass die Kameraden zum 50. Bestehen eine Motorspritze bekamen, was nach allgemeiner Erinnerung im Jahre 1936 war.

 

Deshalb ging man bisher vom Gründungsjahr 1886 aus. Tatsächlich gibt aber schon eine Akte im Kreisarchiv Eisenberg des Jahres 1935 Auskunft über eine Motorspritze und eine "Kleinmotorspritze" vom Typ "Retterin" der Firma Fischer aus Görlitz.
Es ist nicht sicher, welches der beiden Jahre auf das Gründungsdatum schließen lässt. Es gibt verschiedene Informationen über Brände in Königshofen. Dabei wird jedoch niemals die Feuerwehr erwähnt. Die Nachrichten über die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Königshofen beginnen erst im Jahre 1927. Am 8.Juli des Jahres brannte beim Gutsbesitzer Hermann Pöbel die Scheune ab. Zu diesem Feuer Kamen 13 Brandbekämpfer.
Sie hatten drei Handdruckspritzen ,eine Kraftspritze und sechs Strahlrohre.Kommandoführer war Reinhold Lange. Im Jahre 1930 wird mit Emil Albert erstmalig ein Ortsbrandmeister erwähnt.

Ihm unterstanden im August 1931 genau 25 Mann. Diese Zahl dezimierte sich in vier Jahren auf 13 Kameraden. Die Feuerwehr hatte damals die besagte Motorspritze, eine Kleinmotorspritze mit 14,5 PS und noch eine Handdruckspritze. Der Ortsbrandmeister Albert wurde seinerzeit durch den Stellvertreter Erich Niele unterstützt. Pro Jahr kamen Kameraden sechs Mal zu Übungen zusammen. Aus dem Jahre 1936 ist eine Eintragung der Freiwilligen Feuerwehr Königshofen im Vereinsregister des Amtsgerichtes erhalten geblieben. Vorher war es eine Pflichtfeuerwehr.

Die Zahl der Feuerwehrmänner erreichte ziemlich schnell ihre alte Größe. Im Jahre 1937 waren es wieder 25 Männer, die noch immer durch Emil Albert geführt worden. Es konnte der erste Mannschaftswagen der Königshofener Feuerwehr angeschafft werden. Im darauf folgenden Jahr wurden die Feuerlöscheinrichtungen besichtigt. Dabei stellte man zahlreiche Mängel am Gebäude und den zwei Löschteichen fest. Außerdem forderte die Besichtigungskommission eine Mannschaftsstärke von 27 Kameraden. Diese Stärke war 1939 erreicht. Aus der Folgezeit des Krieges und den ersten Jahren der DDR fehlen wieder die Überlieferungen zur Feuerwehr in Königshofen. In den 50er Jahren benutzte man eine Tragkraftspritze namens TS 4. Sie wurde mindestens bis 1956, warscheinlich aber noch in die 60er Jahre hinein gebraucht. Die Wehrleitung hatte damals Gerhard Ludwig. Er war bis 1958/59 mit dieser Aufgabe betraut  und übergab sie dann an Werner Fellenberg, der sie bis 1970 weiterführte. In dessen Wehrleiterzeit wurde die neue TS 8 angeschafft. Es war eine Spritze auf einem Anhänger.

Brannte es, musste erst eine Zugmaschine von der MTS (Maschienen- und Traktoren-Station) geholt werden, um die TS 8 zur Feuerstelle zu befördern. Am 11. August 1963 montierten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr die Sirene auf dem Dach der Schule und sorgten damit für mehr Sicherheit und die schnellere Alarmierung der Feuerwehrmänner  in Königshofen. Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich die Feuermeldestelle in der Postagentur der Familie Zeutschel in der Dorfstraße 9. Jedes Jahr wurde eine "Haus- und Hofbegehung" durchgeführt. Dabei besichtigten die Kameraden mit Vertretern des Ortes die Höfe in Königshofen  und machten die Bewohner auf mögliche Gefahrenquellen aufmerksam.

Teilweise unterstützten sie sogar die Leute bei der Beseitigung der Gefahren. Die Feuerwehr hatte ihr Domizil in dem kleinen Spritzenhaus neben dem Wohnhaus der Familie Harnisch/Schröder. Dieses Gebäude wurde 1971 durch das neue Gerätehaus in der Schulstraße ersetzt. Für die gesamte Technik reichte aber bald auch das neue Gerätehaus nicht mehr aus. Deshalb war das Feuerwehrauto teilweise in der MTS untergebracht. Der Platz war so gering, dass bei Einsätzen erst das Fahrzeug Herausgefahren werden musste, bevor sich die Kameraden umziehen konnten. Im Jahre 1971 wurde Siegfried Romankiewicz nach einem einjährigen Intermezzo von Ludwig Niehle neuer Wehrleiter.

Er organisierte die Feuerwehrarbeit, Einsätze, die Übungen und die Gesellschaftlichen Anlässe. So auch die 100-Jahr-Feier 1986. Zwischen 1982 und 2003 gab es in Königshofen auch eine Frauenmannschaft bei der Feuerwehr. Diese weibliche Truppe war sehr erfolgreich und errang mehrere Siege bei verschiedenen Ausscheiden.Mit der politischen Wende sank das Interesse an der Feuerwehr und ihren Aufgaben. Von 1990 bis 1991 gab es praktisch keine Feuerwehraktivität in Königshofen. Erst nachdem zahlreiche Bürger und Verantwortliche die Notwendigkeit einer Feuerwehr erkannt hatten und mit Sven Romankiewicz ein neuer Wehrleiter gefunden war, reanimierte sich die Königshofener Wehr.

Zahlreiche Einsätze haben seither die Notwendigkeit der FFW Königshofen begründet. Im Zuge der Gebietsreform und der finanziellen Einsparungen schlossen sich im Jahre 1994 die Feuerwehren in den Heideland-Orten zusammen. Ein Jahr später bekamen die Königshofener Kameraden ein neues Löschfahrzeug vom Typ LF 8/6. Die Zahl der Mitglieder stieg von etwa 20 im Jahre 1980 auf aktuell 54 Personen. Davon sind 40 Mitglieder Aktiv. Unter ihnen befinden sich auch sieben Frauen. Besonders wichtig in der Gegenwart und für die Zukunft war der Baubeginn des neuen Feuerwehrgerätehauses am Königshofener Sportplatz im Jahre 2004. Mit diesem Gebäude bekommt die Heideland-Feuerwehr endlich das längst notwendig gewordene Domizil in Königshofen.

Seit 1999 gibt es auch eine Jugendfeuerwehr. Hier werden regelmäßige Übungen durchgeführt, um den Nachwuchs zu guten Feuerwehrleuten auszubilden. Die Kameraden unterstützen auch den Königshofener Kindergarten und die Ausgestaltung des Kinderfestes. Die Besichtigung der Feuerwehrgerätschaften und der Fahrzeuge sind dabei der Höhepunkt für die kleinen. Aus der Geschichte Königshofens sind zahlreiche Brände belegt. Bei vielen waren die Kameraden der Feuerwehr zugegen und haben das Schlimmste verhindert. Hier einige Beispiele für die Einsätze.

1885: Scheunenbrand bei Bernhard Frische.

1889: Scheunenbrand bei Gottfried Schuhmann.

1891: Das Gehöft von Oskar Braune brannte ab.

1897: Stallbrand bei Huldreich Beyer.

1804: Ein durch Brandstiftung entfachtes Feuer vernichtete das  Gut Sachse bis auf Wohnhaus, Miethaus und          Kuhstall und das Gut Buchheim bis auf  Wohnheim und Stallgebäude.

1927: Scheunenbrand bei Hermann Pöbel

1933: Stall- und Scheunenbrand bei Albrecht Sachse.
1940: Scheunenbrand bei Martin Herrmann. Die Löscharbeiten waren sehr beschwerlich, da die Teiche ausgefroren waren.

1967: Das Gehöft Spindler brennt durch Brandstiftung ab. Bei den Löscharbeiten waren 38 Kameraden im Einsatz.

1981: Großeinsatz der Königshofener Feuerwehr beim Hochwasser in Gera.

1982: Großübung im Kreis Eisenberg. Geprobt wurde der atomare Ernstfall. Bei dieser Zivilverteidigungsübung wurden Menschenrettung, Verdunklung und der Umgang mit der atomaren Gefahr geprobt.

2000: Altholzbrand bei der Firma Schick (ehemalige Ziegelei).

2001:
Der Traktor und die Strohpresse des Bauern Gerd Wenzel brennen gänzlich aus

2002: Großbrand der Firma ABCO bei Gösen hält auch die Königshofener Feuerwehr über eine Woche lang im Einsatz!


Quelle: Ortschronik Königshofen stand 2006

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Feuerwehrverein Königshofen/Thüringen e.V.

E-Mail

Anfahrt